Starke zentrale Frauenrollen
Alina und Sophie tragen den persönlichen Konflikt, ohne dass die politischen Nebenfiguren zu bloßen Stichwortgebern werden.
Gesellschaftskritik · Drama
Ein politisches Drama
Wie lange kann ein Doppelleben der eigenen Ideologie standhalten?
Die Wahrheit ist privat. Die Macht ist öffentlich.
Worum geht es?
Alina Weigel ist eine erfolgreiche rechtspopulistische Politikerin. Auf Parteitagen, an Rednerpulten und in Talkshows verteidigt sie ein vermeintlich traditionelles Familienbild und weiß genau, welche Worte Angst erzeugen, Zustimmung mobilisieren und Schlagzeilen beherrschen. Privat lebt sie jedoch mit ihrer Ehefrau Sophie und den gemeinsamen Kindern genau jenes Lebensmodell, das sie öffentlich zur Bedrohung erklärt.
Lange hält Alina beide Welten mit Disziplin, Sprachkontrolle und politischem Instinkt voneinander getrennt. Doch ein Skandal, journalistische Nachfragen und Gerüchte über ihr Privatleben bringen die sorgfältig inszenierte Identität ins Wanken. Je größer der öffentliche Druck wird, desto brutaler muss Alina entscheiden, was für sie noch Wahrheit, was Strategie und was lediglich verwertbares Material ist.
Im Zentrum steht dabei nicht nur der politische Absturz einer Frau, sondern der private Preis ihrer Karriere. Sophie muss erleben, wie ihre gemeinsame Familie zur Gefahr erklärt und ihre Liebe zur Verhandlungsmasse wird. Zwischen Wohnzimmer, Parteibühne und Fernsehstudio entsteht ein Drama über Doppelmoral, Macht und die Frage, ob ein Mensch dauerhaft gegen das eigene Leben Politik machen kann.
Für die Stückauswahl
Alina und Sophie tragen den persönlichen Konflikt, ohne dass die politischen Nebenfiguren zu bloßen Stichwortgebern werden.
Das Stück verhandelt Macht, Doppelmoral und Identität so, dass die Mechanismen wichtiger bleiben als einzelne Schlagzeilen.
Wohnzimmer, Parteibühne und Medienwelt können realistisch oder stark reduziert nebeneinander gedacht werden.
Die Figuren bieten bewusst Reibungsfläche und laden zu Diskussionen über Moral, Öffentlichkeit und persönliche Verantwortung ein.
Politische Satire und Gegenwartsdrama
Who the fuck is… Alina? verhandelt Doppelmoral, Populismus, Macht und öffentliche Selbstinszenierung über konkrete Figuren und ihren privaten Preis. Der politische Konflikt bleibt dadurch spielbar: nicht als Vortrag, sondern als Zusammenprall von Karriere, Familie, Medien und persönlicher Verantwortung.
Figuren
Eine intelligente, charismatische und hochkontrollierte rechtspopulistische Politikerin. Sie beherrscht die Mechanik öffentlicher Empörung und kann Überzeugung so glaubhaft spielen, dass selbst für sie die Grenze zwischen Haltung und Strategie verschwimmt. Privat liebt sie Sophie und ihre Familie; öffentlich bekämpft sie deren Lebensmodell. Ihr zentraler Konflikt liegt nicht im bloßen Lügen, sondern in ihrer Fähigkeit, jede Wahrheit dem Machterhalt unterzuordnen.
Alinas Ehefrau und das emotionale Zentrum der Familie. Sie ist warm, reflektiert und lange bereit, die Belastungen von Alinas Karriere mitzutragen – nicht jedoch die Verachtung, die Alinas Politik gegen ihr gemeinsames Leben richtet. Sophie kämpft nicht nur um ihre Beziehung, sondern auch um ihre Würde und die Sicherheit der Kinder. Ihre Klarheit macht sie zum menschlichen Gegenpol zu Alinas strategischem Denken.
Parteikollege, Vertrauter und politischer Stratege. Nach außen wirkt Tilo gemäßigt, kontrolliert und loyal; hinter den Kulissen analysiert er Menschen, Mehrheiten und Gefahren mit kühler Präzision. Er versteht Partei als Machtapparat und Loyalität als Währung, deren Kurs sich jederzeit ändern kann. In Alinas Krise wird sichtbar, ob er Verbündeter, Aufpasser oder bereits ihr möglicher Nachfolger ist.
Ein erfahrener Talkshow-Moderator, der die Regeln medialer Konfrontation perfekt beherrscht. Er muss nicht laut werden: Seine Stärke liegt in höflicher Beharrlichkeit, präzisen Übergängen und dem kontrollierten Moment, in dem aus einem Gespräch ein Verhör wird. Glasberg ist kein neutraler Stichwortgeber, sondern der Regisseur einer öffentlichen Situation, in der jede Regung zur Nachricht werden kann.
Ein investigativer Journalist mit Ausdauer, Instinkt und einem sicheren Gespür für die Risse in einer offiziellen Erzählung. Er sammelt Widersprüche, stellt Fragen erneut und lässt sich von vorgefertigten Antworten nicht beeindrucken. Brenner verfolgt die Wahrheit – muss dabei aber ebenfalls entscheiden, wie weit journalistisches Interesse in das private Leben einer Familie eindringen darf.
Passt das zu Ihrer Bühne?
Für Ensembles, die jenseits klassischer Boulevardstoffe ein modernes, gesellschaftliches Thema auf die Bühne bringen möchten.
Die Verbindung aus privatem Drama und öffentlicher Inszenierung bietet viele Möglichkeiten für eine eigene Regiehandschrift.
Fünf Rollen; durch vorgesehene Doppelbesetzungen ist das Stück bereits ab drei Darstellenden spielbar.
Leseprobe & Aufführung
Wer ein Stück auswählt, sollte es lesen können. Deshalb führt der schnellste Weg von hier direkt zur Leseprobe oder zu einer persönlichen Anfrage.
Nächster Schritt
Fragen zur Besetzung, Bühne oder Spielbarkeit beantwortet Thomas Haselmann direkt und ohne Umwege.