Ein Bühnenbild für den ganzen Abend
Der komplette Abend spielt im selben Toilettenvorraum. Das hält den Produktionsaufwand niedrig und das Tempo hoch.
Gesellschaftssatire · Komödie
Eine Klomödie
Ein Mann, eine volle Blase und drei Türen.
Herz, Hirn und Harnleiter.
Worum geht es?
Willkommen im siebten Stock des KaDeWe – genauer: im Vorraum zu den Toiletten. Tobias Sturm möchte eigentlich nur eines: pinkeln. Doch statt einer eindeutigen Entscheidung erwarten ihn drei Türen, missverständliche Symbole und die wachsende Angst, mit jedem Schritt etwas gesellschaftlich Falsches zu tun. Aus einem alltäglichen Bedürfnis wird eine absurde Prüfung, bei der der Druck in jeder Hinsicht steigt.
Während Tobias noch versucht, die richtige Tür und die richtige Haltung zu finden, bevölkert sich der Vorraum mit einer zunehmend unwahrscheinlichen Gesellschaft: Klofrau Erna, Bauarbeiter Hacki, Influencerin Sandy Shiny, die fast blinde Ottilie von Gnadenberg, Hausmeister Kremski und die französische Theatermacherin Colette Dupont. Jede Figur bringt eine eigene Sprache, ein eigenes Weltbild und eine höchst persönliche Gebrauchsanweisung für das Leben mit.
Der Toilettenvorraum wird so zum komischen Brennglas der Gegenwart. Es geht um Geschlecht und Identität, um politische Korrektheit, alte Gewissheiten, neue Empfindlichkeiten – und um die verzweifelte Sehnsucht, für einen Moment einfach nur Mensch sein zu dürfen. Doch je genauer alle erklären, was richtig wäre, desto unmöglicher wird der nächste Schritt.
Für die Stückauswahl
Der komplette Abend spielt im selben Toilettenvorraum. Das hält den Produktionsaufwand niedrig und das Tempo hoch.
Vom überforderten Tobias bis zur französischen Performance-Künstlerin bekommt jede Figur eine eigene Sprache und klare komische Kontur.
Das Stück nimmt aktuelle Empfindlichkeiten aufs Korn, ohne seine Figuren auf bloße politische Positionen zu reduzieren.
Sieben Rollen sind vorgesehen; mit Doppelbesetzungen ist eine Aufführung bereits ab fünf Darstellenden möglich.
Komödie für Amateurtheater
Sturm hat Drang verbindet Ensemblekomik mit einem überschaubaren Bühnenkonzept: Der gesamte Abend spielt im Toilettenvorraum, drei Türen und wenige Requisiten tragen die Situation. Die klar gezeichneten Rollen, rund 75 Minuten Spielzeit und der geringe technische Aufwand machen die Komödie besonders interessant für Amateurtheater und Theatervereine.
Figuren
Ein höflicher, angepasster Mann, der möglichst nichts falsch machen möchte – und gerade deshalb in jede denkbare Falle tappt. Sein dringendes körperliches Bedürfnis trifft auf seine ebenso dringende Angst vor gesellschaftlichen Fehltritten. Tobias ist Identifikationsfigur, Getriebener und unfreiwilliger Held eines Toilettengangs, der immer stärker zur persönlichen wie politischen Bewährungsprobe wird.
Die resolute Klofrau beherrscht ihren Vorraum mit Berliner Schnauze, Lebenserfahrung und einem sehr praktischen Blick auf die Dinge. Sie hat für akademische Debatten wenig übrig, für menschliche Schwächen dagegen umso mehr Verständnis. Erna ist laut, herzlich, widersprüchlich – und die robuste Erdung einer Welt, die sich immer komplizierter erklärt.
Ein grobschlächtiger Berliner Bauarbeitertyp, der zunächst wirkt, als bestünde seine Persönlichkeit hauptsächlich aus Latzhose, Lautstärke und derben Sprüchen. Doch unter der rauen Oberfläche liegen Beobachtungsgabe, Verletzlichkeit und überraschend poetische Momente. Hacki darf komisch sein, ohne zur bloßen Karikatur zu werden.
Influencerin, Aktivistin und ihre eigene dauerlaufende Medienredaktion. Sandy spricht fließend Awareness, hält ihr Smartphone jederzeit sendebereit und verwandelt auch intime Situationen in verwertbaren Content. Hinter Tempo, Selbstinszenierung und schriller Oberfläche steckt jedoch eine wache junge Frau, die gesellschaftliche blinde Flecken präziser erkennt, als ihre Umgebung ihr zutraut.
Eine hochbetagte, nahezu blinde Dame der besseren Gesellschaft, die mit Grandezza, Nostalgie und bemerkenswerter Orientierungslosigkeit durch den Vorraum navigiert. Ihr Auftritt beginnt als elegante Alterskomik und bekommt durch ihre Erinnerungen eine zunehmend abgründige Färbung. Ottilie verbindet die Leichtigkeit der Situation mit einer Vergangenheit, die sich nicht so einfach wegspülen lässt.
Sächsischer Hausmeister in Blaumann, ausgestattet mit Stirnlampe, Werkzeug und unerschütterlichem Vertrauen in seinen Sachverstand. Er betrachtet Türen, Fugen und bauliche Rätsel mit einer Ernsthaftigkeit, die das Chaos eher vergrößert als beseitigt. Kremski ist schrullig, gewissenhaft und vollkommen überzeugt davon, für jedes Problem zuständig zu sein.
Pariser Regisseurin und Performance-Künstlerin mit Hang zur großen Geste, zur großen Theorie und zum noch größeren Auftritt. Wo andere einen Toilettenvorraum sehen, erkennt sie einen radikalen Bühnenraum – und in den Anwesenden ein Ensemble, das lediglich noch nichts von seinem Glück weiß. Colette treibt die Situation ins Theatrale und macht aus Tobias’ Not eine Kunstaktion mit ungewissem Ausgang.
Passt das zu Ihrer Bühne?
Ein klarer Spielort, starke Typen und eine überschaubare Spieldauer machen die Komödie besonders interessant für Vereins- und Amateurbühnen.
Für Gruppen, die zeitgenössische Themen mit Tempo, Wortwitz und einer Portion kontrolliertem Kontrollverlust spielen möchten.
Die Inszenierung braucht keine großen Umbauten und funktioniert auch dort, wo Platz und Technik begrenzt sind.
Leseprobe & Aufführung
Wer ein Stück auswählt, sollte es lesen können. Deshalb führt der schnellste Weg von hier direkt zur Leseprobe oder zu einer persönlichen Anfrage.
Nächster Schritt
Fragen zur Besetzung, Bühne oder Spielbarkeit beantwortet Thomas Haselmann direkt und ohne Umwege.